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Techno-Archäologie

Wenn jemand einen Computer-Anwender im Jahre 1988 gefragt hätte, wie er sich einen Computer im Jahr 2008 vorstellt, dann hätte dieser in seinen Beschreibungen wahrscheinlich zur Science-Fiction greifen müssen. Er hätte von 3D-Bildschirmen gesprochen, von Sprachbefehlen und von virtuellen Umgebungen, die wir betreten, wie das Zimmer nebenan.

All das ließe sich vor zwanzig Jahren vielleicht noch extrapolieren, immerhin hatte die Computertechnologie gerade einen gewaltigen Paradigmenwechsel vollzogen: den Sprung von der Kommandozeile und Textumgebung zur Grafischen Benutzeroberfläche.

Der nächste Sprung sollte noch größer werden. Doch auf diesen warten wir immer noch. Was ist geschehen? Wo blieb die Technologie auf der Strecke?

Diese Strecke zu Vermessen und zu erforschen ist Aufgabe der Digitalen Archäologie oder (der Coolheit halber) Techno-Archäologie.

Techno-Archaeology

Emulator und Adapter statt Peitsche und Schwert:
das Werkzeug des Techno-Archäologen

Das Vergessene ausgraben

Der Cyberpunk-Autor und digitale Apologet Bruce Sterling schrieb einmal, man müsse eine eigene Wissenschaft kreieren, die nur jene Technologien erforscht, die im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten sind.
Dies trifft heute mehr zu als je zuvor. Daten häufen sich an und werden in Formaten und auf Datenträgern gespeichert, die morgen keiner mehr öffnen kann.

Auch dies ist Aufgabe der Techno-Archäologie. Heutige Computer sind derartig leistungsfähig, dass sie mit Hilfe von Emulatoren und Virtualisierungs-Software alte, in Vergessenheit geratene Systeme auf moderner Hardware wieder zum Leben erwecken. Um die alten Daten auf neue Rechner zu bringen benötigt man archaische Geräte wie Bandmaschinen, 8"-Laufwerke oder komplizierte Adapter für den Anschluss an eine USB-Schnittstelle. Glücklicherweise sind viele alte Anwendungen im Riesenarchiv namens Internet erhalten und können jetzt legal oder illegal verwendet werden, um die "gute, alte Zeit" wieder aufleben zu lassen.

Nur wenn wir wissen, woher unsere Technologie stammt, können wir erkennen, wo sie uns hinbringt.

Die größte Frage, die man sich stellen muss, lautet allerdings: Wieso sind wir im Jahr 2008 technologisch nicht noch weiter fortgeschritten?

Dieser Lerneinheit handelt von den großen Betriebssystem-Kriege der 90er-Jahre. 1995 gab es einen Gewinner: Microsoft.

Mehr zu "Digital Archeology" in einem Wired-Artikel von Michael Gruber:
http://www.wired.com/wired/archive/1.05/1.5_archaeology.html

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Die Vergangenheit jagt den Neugierigen

Die Technologie der Vergangenheit jagt den Neugierigen

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