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Apple Computer ist tot!

Jeder kennt Apple, den Hersteller des iPod, des iPhone und der Mac-Computer. Jetzt ist Apple Computer, Inc. tot und trotzdem steht dem Unternehmen das beste Jahr bevor.

Marin Balabanov, 24. Juli 2007

Das Jahr 2007 ist kein gutes Jahr für "Apple Computer, Inc.". Nach 30 Jahren hat die Firma aufgehört zu existieren. Dem Unternehmen geht es allerdings blendend. Es wird wahrscheinlich das beste Jahr seiner Unternehmensgeschichte.

Im Jänner 2007 hat der Apple CEO Steve Jobs verkündet, dass "Apple Computer, Inc." nunmehr auf "Apple, Inc." umbenannt wird. Der neue Name solle die gar nicht so neue Ausrichtung widerspiegeln. Einerseits wir mehr als die Hälfte des Umsatzes von Unterhaltungselektronikprodukten wie dem allgegenwärtigen iPod oder dem neuen Apple TV erwirtschaftet, andererseits ist Apple mit dem iTunes Music Store Marktführer bei Musikdownloads. 2007 ist das Jahr, in dem auch noch iPhone vorgestellt wurde - der mobile Communicator von Apple.

Apple Computer ist nun begraben

Zudem ist die Unterscheidung zwischen Computer und Unterhaltungselektronik völlig unscharf geworden. Sowohl Mobiltelefone als auch Mediaplayer werden immer mehr zu voll ausgewachsenen Rechnern. Der Computer selbst ist mittlerweile zum Zentrum der Unterhaltungselektronik eines Haushaltes mutiert. Er lagert Musik und Filme auf der Festplatte und dient sowieso als Kommunikationszentrale fur Mail, Web, Chat und VOIP.

Der neue Name zeigt, dass Apple kein reiner Computerhersteller ist, sondern zum Riesen in der Elektronikbranche avanciert ist, wie es nur Sony bisher war.

Der Mac in einer PC-Welt

Dem Mac geht es so gut wie selten zuvor. Nachdem Steve Jobs 1997 die Führerschaft von Apple wieder gewonnen hatte und das Unternehmen weider auf Gewinnkurs brachte, hat Apple im Vorjahr sein bestes Ergebnis überhaupt geschrieben.

Marktanalytiker bemängeln allerdings, dass der Mac immer noch einen vergleichsweise winzigen Marktanteil aufweist. Dabei übersehen sie, dass andere erfolgreiche Unternehmen z.B. BMW ebenfalls ein kleines aber spezialisiertes Marktsegment bedienen. Sie verfügen über den profitabelsten Teil des Kuchens.

Der Windows-PC ist hingegen allgegenwärtig. Registrierkassen und einfache Internet-Terminals, Bankomat-Stellen und simple Bürorechner werden mit Windows betrieben. Die Breite das große Problem. Windows wird als Selbstverständlichkeit angesehen, für die niemand extra zahlen möchte, da es doch sowieso mit jedem PC mitgeliefert wird. Die Differenzierung zwischen den Herstellern verläuft nur mehr über den Preis. Damit haben Windows-PC's ihre Besonderheit verloren.

2006 hat Apple sein gesamtes Mac-Angebot auf Intel CoreDuo-Prozessoren umgestellt. Nun kann Apple neben seinem ästhetisch ansprechenden, bombensicheren Betriebssystem Mac OS X auch Windows laufen lassen. Parallel.

Der Mac ist also eine kleine Insel in der Welt der Windows-PC's. Ein gallisches Dorf im finsteren römischen Reich. Wie soll er positioniert werden? Immerhin unterscheidet sich nun sein Innenleben nur noch marginal von jenem anderer Hersteller.

PC vs. Mac?

Wie immer in der Werbung geht es auch hier um die Eroberung von Assoziationen. Lernen wir mal den Mac kennen: Er it cool. Er ist spaßig und unkompliziert. Er ist ein Freund.

Macht das den Windows-PC zu seinem Feind? Keinesfalls! Vielmehr ist der PC der leicht vertrottelte aber liebenswerte Partner. Er ist unsicher und fehleranfällig. Er ist der Durchschnitt... und somit langweilig!

Die beiden sind Partner in der selben Welt. Der Mac funktioniert einfach. Der PC braucht ständige Pflege und gibt dies auch selbst zu.

Seit einigen Monaten bringt Apple diese Aussage in seiner TV- und Print-Kampagne "Get A Mac". Darin werden die beiden Computersysteme personalisiert. Der Mac wird dargestellt von Justin Long, dem Hollywood-It-Kid. Bekannt als Hacker an der Seite von Bruce Willis in "Stirb langsam 4.0". Der Darsteller des PC's ist John Hodgeman, ein Comedian aus "Daily Show" auf Comedy Central.

Sie sind die Antwort Silicon Valleys auf Laurel und Hardy.

Get A Mac

Die "Get A Mac"-Kampagne kombiniert Apple-Tradition mit Innovation. Der weiße Hintergrund ist ein ästhetisches Merkmal, das (mit Unterbrechungen) bis in die 70er-Jahre zurückreicht. Der saubere Minimalismus verleiht den Spots eine sofortige Wiedererkennbarkeit.

Selbstverständlich sind die Spots amüsant und ironisch - wie es bei Apple seit über 10 Jahren üblich ist. Heutzutage würde man sagen, sie sind "Emo". Es werden auf spielerisch sympathische Weise die Vorzüge des Mac gegenuber dem PC herausgearbeitet. Keine der beiden Figuren wird unsympathisch dargestellt. Manche Tests zeigen sogar, dass der PC-Darsteller Hodgeman besser ankommt. Der Titel der Kampagne "Get A Mac" ist eine Anspielung auf den englischen Ratschlag "Get A Life!"

Die TV-Spots sind lehrbuchmäßig aufgebaut. Sie erregen Attention, wecken Interest un Desire. Am Schluss gibt es die Botschaft: Action - Get A Mac!

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