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2. Historischer Rückblick: Die kurze Geschichte des Mac

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“The greatest mistake you can make is to say that your work is better than a lot of the shit that's out there. No doubt. But being better than shit is not exactly a shining credential.”
Dave Sim, “Cerebus - Guide to Self-Publishing”

Als Steve Jobs 1997 zu Apple zurückkehrte, befand sich das Unternehmen in einem schlechten Zustand. Apple hatte bereits das dritte Quartal enorme Verluste hinnehmen müssen. Der vermeintliche Konkurrent Microsoft2 hatte eineinhalb Jahre zuvor mit Windows 95 den großen Coup gelandet. Selbst Apples vehementeste Unterstützer konnten keine Hoffnung, kein Licht am Ende des Tunnels erkennen. Rückblickend werden die Jahre vor Steve Jobs Rückkehr als die “belagerten Jahre” (engl. “beleaguered years”) bezeichnet.

Doch was führte das ehemalige Vorzeige-Unternehmen in dieses tiefe Loch? Wie konnte es so weit kommen, dass der vormals erfolgreichste Hersteller von Heimcomputern, der über revolutionäre Produkte verfügte und mit dem Macintosh die grafische Benutzeroberfläche beliebt gemacht hatte, auf der Stelle trat und immer weniger Marktakzeptanz fand?

Amerikanischer Mythos

Der US-amerikanische Dokumentarfilmer, Politaktivist und Buchautor Michael Moore hat in seinem Buch “Dude, where’s my Country” beschreibt, warum die US-Bevölkerung grundsätzlich nichts dagegen hat, wenn Besserverdiener im Verhältnis zum Rest der Steuerzahler weniger Steuern zahlen. Moore begründete dies mit dem tief im amerikanischen Bewusstsein verankerten Glauben an den Horatio-Alger-Mythos.

Alger war ein Schriftsteller im 19. Jahrhundert, der Dutzende Romane geschrieben hat, die immer wieder davon erzählen, wie ein ehrlicher, hartarbeitender aber anfangs armer Amerikaner durch harte Arbeit und/oder einer genialen Geschäftsidee reich wird. Moore mutmaßte, dass der Durchschnittsamerikaner3 insgeheim hoffe, ebenfalls vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen und deshalb jetzt schon vermeiden möchte, dass zu viel seines zukünftigen Reichtums an den Fiskus abgeführt werde.

Jedes Zeitalter hat seinen eigenen “Rags-to riches”-Mythos. Zu den beliebten Aufsteiger-Geschichten des 20. Jahrhunderts zählen jene der Computermillionäre. Eine der eingängigsten und auch bekanntesten Geschichten ist der Mythos über die Gründung von Apple Computer durch Steve Jobs und Steve Wozniak.

An dieser Stelle bitte ich jeden, der die wissenschaftlichen Ansprüche der Überprüfbarkeit, Nachvollziehbarkeit und schier Wahrhaftigkeit hat, um Nachsicht. Immerhin wiederhole ich hier bloß die Apple-Legende im Schnelldurchlauf wie sie in der popkulturell verklärten IT-Geschichtsschreibung steht. Diese ist vor allem für ihre Unwissenschaftlichkeit bekannt.

All jene, die das nicht tolerieren können, empfehle ich Kapitel drei und sieben. Diese strotzen nur so vor überprüfbaren Fakten, Argumenten, die sich daraus ergeben und Schlussfolgerungen, die hoffentlich auf nachvollziehbare Weise daraus gezogen werden. Außerdem kommen dort jede Menge Fußnoten vor.

Allein gegen “Big Brother”

Die nur halbwahre Kurzversion der Apple-Geschichte lautet: Steve Jobs und Steve Wozniak gründen ihr Unternehmen in einer Garage und bringen den ersten Heimcomputer auf den Markt. Einige Jahre später stehlen sie die Xerox-Ideen der Maus und der grafischen Benutzeroberfläche, um mit dem Macintosh den ersten kommerziell erhältlichen Computer mit Maus-Bedienung herauszubringen. Dieser ist revolutionär, ulkig und kreativ und somit die Anti-These zum bösen “Big Brother” IBM. Steve Jobs wird vom ebenfalls bösen Apple-CEO John Sculley aus dem Unternehmen herausgeworfen, das er selbst gegründet hatte. Daraufhin macht Jobs Apple mit seinem neuen Unternehmen NeXT Konkurrenz und wird mit Pixar zum Filmmogul. Seines genialen Gründers beraubt, kann sich Apple nicht gegen Microsofts Neuentwicklung Windows behaupten und versumpert technologisch immer mehr. Im Jahr 1997 kehrt Steve Jobs als Retter zurück, weil Apple NeXT aufkauft, um an die Betriebssystem-Technologie von NextStep zu kommen. Mit dem iMac gelingt Jobs tatsächlich die Rettung des Unternehmens. Zudem entsteht unter seiner Führung Mac OS X, das den Mac ins 21. Jahrhundert katapultiert. Mit dem MP3-Player iPod gelingt es Jobs die Welt für digitale Musik zu interessieren und er schafft gleichzeitig eine zweite lukrative Einnahmequelle für den Computerhersteller. Die Fusion aus dem iPod und Mac OS X wird zum revolutionären iPhone und Apple ist aus der IT-Welt, der Popkultur und aus der Geschichte der göttlichen Schöpfung nicht mehr wegzudenken.

Soweit die mythenumrankte Kurzversion von Apples Historie. Die auf Quellen basierte Langfassung würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Allerdings möchte ich trotzdem im Folgenden mit einigen Mythen aufräumen. Da ich mich auch auf Literatur über Apple stütze, bleiben sicher einige Echos unwahrer Überspitzungen erhalten, trotzdem kommen wir den tatsächlichen Ereignissen ein Stückchen näher.

Die Konsenstheorie der Wahrheit

Apple Computer wurde selbstverständlich in einer Garage gegründet, wie es sich für ein richtiges Underdog-Unternehmen gehört. Der Apple I zählt zu den ersten allgemein erhältlichen Heimcomputern. Die Ehre, allererster kommerziell erhältlicher Homecomputer zu sein, gehörte zwar dem Altair 8800 aus dem Jahr 1975, den ein anderer Hersteller auf den Markt brachte (Stephen Levy: “Hackers. Heroes of the Computer Revolution”, 1984). Da aber sowohl der Altair als auch der Apple I als Bausatz verkauft wurden, konnte Steve Wozniak mit Produktionsbeginn des als Fertiggerät verkauften Apple II behaupten, er habe den Personal Computer erfunden (Steve Wozniak: "iWoz: Computer Geek to Cult Icon: How I Invented the Personal Computer, Co-Founded Apple, and Had Fun Doing It", 2007).

Apple gehörte in den 80er-Jahren zu einem der am schnellsten wachsenden Unternehmen in der Wirtschaftsgeschichte. Da hat sich der Elektronik- und Photokopierer-Hersteller Xerox ins Unternehmen eingekauft. Dann geschah das, was oft irrtümlicherweise als Technologiediebstahl4 bezeichnet wird.

Xerox hatte im Jahrzehnt zuvor in seiner legendären und zum Teil aus Mitteln der militärischen DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) finanzierten Forschungsstätte PARC (Palo Alto Research Center) die Maus als Eingabegerät, die Prinzipien der grafischen Benutzeroberfläche (Fenster, Menüs, Dialogboxen usw.), sowie das LAN (Local Area Network) entwickelt. Xerox hat Jobs und Wozniak ausdrücklich einen Technologieaustausch erlaubt (lt. Michael A. Hiltzik: “Dealers of Lightning: Xerox PARC and the Dawn of the Computer Age”, 2000).

So haben Apple-Ingenieure sich die Xerox-Entwicklungen genau angesehen. Jobs war begeistert und sah in der neuartigen Bedienung des Alto (ein Rechner-Protoyp, der mit der Maus zu bedienen war) sowie dem Betriebssystem Smalltalk die Zukunft der EDV.

Anhand dieser Erkenntnisse entwickelte Apple im Jahre 1983 Lisa. Entgegen der weitläufigen Meinung war nicht der Macintosh der erste Apple-Computer mit grafischer Benutzeroberfläche, sondern eben dieser nach Steve Jobs Tochter benannte Lisa. Tatsächlich war nicht einmal Lisa überhaupt der erste kommerziell erhältliche Rechner mit Maus und Fenster-Oberfläche. Es war der Xerox Star.

Leider teilte Lisa das Schicksal des Xerox Star. Trotz der für damalige Verhältnisse revolutionären Leistungsdaten und Benutzerführung wurde die Produktion beider nach wenigen Jahren eingestellt. Sie waren einfach zu teuer im Vergleich zum IBM PC, der im Jahr davor vorgestellt worden war5.

Während der Entwicklung von Lisa wurde Steve Jobs aus dem Team geworfen. Als Akt der Rache und als Möglichkeit, sich zu behaupten, drängte er sich ins Entwickler-Team des Macintosh, das er letzten Endes auch komplett übernahm (Alan Deutschman: “The Second Coming of Steve Jobs”, 2000). Er verlangte von seinen Ingenieuren nicht bloß die Entwicklung eines Computers, er verlangte von ihnen “to put a dent in the universe”. Außerdem sagte er ihnen, sie seien Künstler. Trotzdem zwang er sie dazu, Tag und Nacht zu arbeiten, denn “real Artists ship” - echte Künstler liefern! (Andy Hertzfeld: “Revolution in The Valley: The Insanely Great Story of How the Mac Was Made”, 2004)

Im Orwell-Jahr 1984 wurde der Macintosh vorgestellt - begleitet von einem gewaltigen medialen Wirbelwind. So innovativ der erste Macintosh auch war, umso innovativer war die Inszenierung, die Steve Jobs bei der Präsentation bot. Er stellte den Mac als Gerät mit Persönlichkeit, als Computer “for the rest of us” vor. Im rebellischen 1984-Werbespot positionierte Jobs den Macintosh als Gegenspieler zum orwellshen “Big Brother” IBM und stellte den Claim “Why 1984 won’t be like ‘1984’ ”.

Der Mac war als “Appliance” konzipiert. Bildschirm, Recheneinheit und Laufwerk bildeten eine Einheit. Er hatte sogar einen Traggriff, um leichter transportiert zu werden. Sowohl Rechenleistung mit 8 MHz, als auch die grafische Darstellung waren den IBM PCs der damaligen Zeit voraus. Einzig der Speicher war mit 128 Kilobyte sehr knapp bemessen. Das Betriebssystem benötigte bereits einen Großteil, für die Anwendungen blieb nicht mehr viel übrig. Glücklicherweise wurde der Macintosh mit der Textverarbeitung MacWrite und dem Zeichenprogramm MacPaint ausgeliefert, die an diese Einschränkungen angepasst worden waren.

Leider verkaufte sich der Macintosh nicht so gut wie erhofft. Der Großteil von Apples Einnahmen bestritt immer noch die neue Version des altehrwürdigen Apple II. Erst als Layout- und Grafik-Software für den Mac entwickelt wurden, begannen die Verkäufe zu boomen. Das sollte Steve Jobs aber nicht mehr als Teil des Apple-Teams erleben. Apple-CEO John Sculley6 warf Steve Jobs aus dem Unternehmen.

Generation Next

Das ließ Jobs nicht auf sich sitzen und gründete abermals ein Computerunternehmen. NeXT war geboren. Der detailversessene Jobs wollte den perfekten Computer für Forscher und Studenten erschaffen. Der NeXT-Computer sollte über ein leistungsfähiges auf BSD/UNIX-basiertes Betriebssystem verfügen. Es sollte objektorientiert sein und die Bildschirmdarstellung sollte über das für den Hochqualitätsdruck konzipierte PostScript angesprochen werden.

Nach einer langen Entwicklungszeit und einigen rechtlichen Kämpfen mit Apple7 kam im Jahre 1988 unter abermaligem Medienwirbel der NeXT Cube heraus. Der Cube war wunderschön und bot vieles, das noch nie zuvor da gewesen war, trotzdem hatte Jobs ein überteuertes Nischenprodukt im Repertoire. Oscar Wilde meint, Kunst müsse nutzlos sein. Der Cube war reine Kunst.

Der NeXT-Rechner war weder ein Erfolg, noch konnte das Unternehmen seine Anfangsverluste abdecken. Nach abwechselnden Beteiligungen von Ross Perot (später als Joker im US-Präsidentschaftswahlkampf bekannt) und Canon, musste NeXT die Hardware-Produktion einstellen.

Das Unternehmen stellte seine Geschäftstätigkeit auf die Entwicklung und den Verkauf seines Betriebssystems NextStep um. Dieses wurde für DEC Alpha- und Intel i86-Prozessoren angeboten. Zudem hatte NeXT das leistungsfähige CMS (Content Managment System) Webobjects entwickelt. Damit fasste NeXT in dieser neumodischen Erscheinung namens Internet Fuß.

Tatsächlich erwies sich gerade das Neben-Projekt Webobjects als gehörige “cash cow” für das an Einnahmen nicht gerade beschenkte Unternehmen. Großkunden wie Dell und einige US-Behörden bauten ihre Webauftritte mit Webobjects auf. Doch das war alles zu wenig und zu spät. Im Grunde war NeXT gescheitert (Alan Deutschmann: “The Second Coming of Steve Jobs”, 2000). Die “software-only” Strategie zeigte sich als unzulänglich. Das Unternehmen kam einfach nicht aus der Verlustzone heraus. Niemand wollte ein Betriebssystem, für das es nur wenige Applikationen gab. Aus dieser Zeit stammte auch folgendes Bill Gates-Zitat. Auf die Frage eines Journalisten, ob Microsoft auch für NeXT Software entwickeln werde, soll Gates geantwortet haben: “Develop for it!?! I piss on it!” (lt. Jeffrey S. Young, William L. Simon: “iCon: Steve Jobs, The Greatest Second Act in the History of Business”, 2005).

Zwei Dinge konnten Steve Jobs enormes Ego retten: NeXT hatte das modernste Betriebssystem der Welt, das aber niemand kaufen wollte, weil sich Windows im Lieferumfang der ausgelieferten PC befand. Und er hatte einige Jahre zuvor von George Lucas, das schwer defizitäre Computergrafik-Unternehmen Pixar gekauft, das ohne viel Zutun Jobs den Filmhit “Toy Story” landete, den ersten abendfüllenden vollständig am Computer animierten Spielfilm.

Fenster in den 90ern

Parallel dazu geriet Apple ebenfalls in Schwierigkeiten. Zwar hatte der Mac im Bereich der Druckproduktion und im grafischen Gewerbe sowie in Werbe- und Kreativagenturen einen ertragreichen Platz gefunden. Doch die alte auf Motorolas 68k-Prozessoren basierte Architektur zeigte Alterserscheinungen. Ein neuer Prozessor musste her.

Da folgte die erste große Umstellung (engl. Transition) in Apples Geschichte von 68k auf die moderne, zukunftsträchtige RISC8-Architektur des PowerPC9.

Der Umstieg war ein voller Erfolg. Mac-Rechner wurden um einiges schneller als ihre PC-Konkurrenz. Dieser Vorsprung war aber trügerisch. Einerseits schliefen die Mitbewerber nicht, denn Intel entwickelte die eigenen Prozessoren immer weiter (Stephen Levy: “Insanely Great: The Life and Times of Macintosh, the Computer That Changed Everything”, 2000). Andererseits zeigte auch Apples Betriebssystem Mac OS ebenfalls Mängel. Es konnte seine primitiven Wurzeln nicht verleugnen. Immerhin basierte es auf ein single-user, single-tasking-Fundament, das immer unzeitgemäßer erschien. Der Prozessor-Umstieg verlangte zudem noch, dass Teile des Betriebssystems emuliert werden, weil sie für die 68k-Reihe geschrieben wurden und aus Kompatibilitätsgründen erhalten werden mussten. Das unterwanderte den großen Geschwindigkeitsvorteil. (Owen Linzmayer: “Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World's Most Colorful Company”, 2004)

Apple experimentierte mit einer Reihe von unterschiedlichen Betriebssystem-Varianten. Für den Server-Bereich wurde sogar mit A/UX eine eigene Unix-Version konzipiert. Diese kam aber für gewöhnliche Macs nicht infrage, weil A/UX nicht kompatibel war mit dem großen Softwareangebot für Mac OS.

Die Entwickler unternahmen einige gescheiterte Versuche, ein völlig neues, auf moderner Grundlage aufbauendes System von Grund auf zu schreiben. Die Codenamen der fehlgeschlagenen Versuche lauteten Copland und Star Trek und werden im letzten Viertel dieses Kapitels im Detail behandelt. (Owen Linzmayer: “Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World's Most Colorful Company”, 2004)

Just zu dieser Zeit spaltete sich unter der Führung des ehemaligen Apple-Manager Jean-Louis Gassée eine Gruppe von Apple-Entwicklern ab und entwickelte in einem eigenständigen Unternehmen das Betriebssystem BeOS. Anfangs lief es auf den obskuren Hobbit-Prozessoren. Ziemlich rasch wurde es auf PowerPC-Prozessoren und Mac-Hardware portiert, wo es mit erstaunlicher Effizienz lief. In BeOS meinten Apple-User das Mac OS der Zukunft zu erkennen. Allerdings lief die bestehende Mac-Software darauf nur über Umwege.

Währenddessen brachte in einem beispiellosen Kraftakt Microsoft sein Windows 95 auf den Markt. Der gewöhnliche PC war nun dem Mac in vielen Belangen absolut ebenbürtig - zum halben Preis. Apple reagierte zwar spöttisch, der Marktanteil sank aber weiter (Alan Deutschmann: “The Second Coming of Steve Jobs”, 2000).

Die belagerten Jahre

Apple war belagert; auf der einen Seite von Microsoft mit seinem Betriebssystem-Angebot; auf der anderen Seite von den Klon-Herstellern, die in Lizenz Mac-kompatible Geräte zu einem geringeren Preis herstellten; zudem hatte Apple sämtliche Innovationskraft verloren und konnte sich nicht wie Münchhausen beim eigenen Schopf aus dem Wasser ziehen. 1996 schrieb Apple einen Verlust von einer Milliarde US-Dollar.

Ein CEO nach dem anderen warf das Handtuch. Sculley ging und wurde von Michael Spindler ersetzt, der allerdings nicht sehr lange die Geschicke des Unternehmens leitete. Dann übernahm der große Unternehmensretter Gil Amelio10 den CEO-Posten bei Apple.

Wenn man Amelio eine Sache anrechnen kann, dann, dass er erkannte, wie wichtig es für Apple war ein leistungsfähiges Betriebssystem zu haben, und dass das Unternehmen nicht selbst in der Lage war, in akzeptabler Zeit ein völlig neues Betriebssystem zu schreiben.

Der CEO sah sich auf dem Markt nach einem bestehenden Betriebssystem um. Zur Wahl standen eine Lizenz von Windows NT, das leistungsfähige BeOS und das moderne NeXTStep.

Freundliche Übernahme

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass gerade als sich Apple auf der Suche nach einem modernen Betriebssystem befand, eben ein solches im Unternehmen seines hinausgeworfenen Gründers entstanden war. Apple war ein Hardware-Hersteller ohne Betriebssystem, NeXT war ein Betriebssystem-Entwickler ohne Hardware. Wenn die beiden Unternehmen nicht so bitter verfeindet gewesen wären, dann wäre der Zusammenschluss eine logische Strategie.

Die Verhandlungen mit Be standen mehrmals kurz vor dem Abschluss. Einziger Streitpunkt war der Kaufpreis. Be-CEO Gassée verlangte $ 200 Millionen. Das hielt Amelio für zu viel. Denn obwohl BeOS viele Vorteile mitbrachte, es war schnell, effizient und baute auf modernen Strukturen auf, gab es Bereiche, in die Apple noch viel Entwicklungsarbeit stecken musste. Die Netzwerk-Fähigkeiten von BeOS waren noch unterentwickelt, und es konnte noch überhaupt nicht den durch das Internet aufkommenden Server-Markt bedienen.

Da hatte NeXT die Nase vorn. In einer Nacht und Nebel-Aktion, deren wahren Verlauf die Welt wahrscheinlich nie erfahren wird, einigten sich NeXT und Apple auf eine Fusion. Um mehr als $ 400 Millionen wurde der Zusammenschluss beschlossen. Amelio meinte kokett, er habe sich für den Plan A entschieden und nicht für Plan Be (Alan Deutschmann: “The Second Coming of Steve Jobs”, 2000).

Selbstverständlich kaufte Apple mit der Betriebssystemtechnologie von NeXT auch den eigenen Gründer, Mediendarling Steve Jobs, mit ein. Zwar wollten beide Unternehmen eine gemeinsame schriftliche Presseerklärung abgeben, doch Jobs brachte zuerst eine eigene von religiösen Untertönen des verlorenen Sohnes durchzogene Erklärung aus, in der die Übernahme NeXTs durch Apple angekündigt wurde.

Auf einer groß angelegten Pressekonferenz stellte Gil Amelio auf langatmige Weise seine neue Betriebssystem-Strategie vor. Doch das Publikum interessierte sich nicht für seine Ausführungen. Alle warteten auf Steve Jobs. Wie es Alan Deutschman in “The Second Coming of Steve Jobs” (Seite 231) beschreibt:

“On January 7, Gil and Steve were slated to share the keynote speech at Macworld, an annual ritual that drew some eighty thousand of Apple’s enthusiasts to San Francisco.
The Apple faithful were anxious to see their cult hero and hear his plans for saving the company. But Gil went on first, and he went on and on. He had thrown out his scripted text, and instead he rambled ad lib for two hours, repeatedly losing his train of thought. But he was seemingly oblivious to how thoughly he was embarassing himself. ...
Then Steve took the stage, and thousands stood up and cheered.”

Function follows Form

Amelio hatte sich so grundlegend bei Apple-Aktionären und Kunden blamiert, dass es für den intrigenerprobten Steve Jobs ein Leichtes war, Amelio als CEO abzumontieren. Er wurde Interims-CEO (iCEO), solange das Unternehmen keinen Nachfolger für Amelio gefunden hatte. Für einen symbolischen Dollar11 im Jahr wollte er aus “reiner Gutherzigkeit” das Unternehmen, das er gegründet hatte, retten.

Tatsächlich kamen die großen Erfolge. Kein halbes Jahr, nachdem Jobs das Ruder an sich gerissen hatte, präsentierte er den iMac. Mit seinem knubbeligen Design, seiner minimalistischen Ausrüstung und dem grassierenden Internet-Boom erwies sich das Gerät aus ausgesprochener Erfolg. Darauf folgten der iBook und der PowerBook Titanium.

Der Motor der Maschine

Im Hintergrund liefen die Vorbereitungen, NextStep auf die PowerPC-Plattform zu portieren. Das erwies sich als wesentlich schwieriger als geplant. Einerseits durfte Apple die großen externen Software-Entwickler wie Microsoft, Adobe oder Macromedia nicht verärgern, weil sie ihre Software für das neue Betriebssystem völlig neu schreiben mussten, andererseits wollten sie die Anwender nicht verlieren, die viel Geld für Mac OS-Software investiert hatten.

Zudem zeigte sich, dass einige Strategien, die bei NeXT noch funktioniert hatten, bei Apple nicht aufgingen. Das viel gerühmte Display-Postscript kam als Bildschirmbeschreibungssprache des neuen Mac OS nicht infrage. Es war einfach zu teuer. Große Teile des Systems mussten umgeschrieben werden, damit Adobes offenes PDF-Format für die Bildschirmdarstellung verwendet werden konnte (http://arstechnica.com/apple/reviews/2001/04/macos-x.ars, abgerufen am 17. Juli 2009).

Apple formulierte eine doppelte Übergangsstrategie. Ein Teil der neuen Entwicklungsbibliotheken (API - Application Programming Interfaces) wurde als Carbon auf das alte Mac OS portiert. So konnten Softwarehäuser ihre Applikationen mit relativ geringem Aufwand bereits auf dem alten Mac OS “future proof” machen. Denn Carbon-Programme würden sowohl auf dem alten Mac OS als auch auf dem noch nicht veröffentlichten Mac OS X einwandfrei laufen.

Zudem beschloss Apple alle anderen Programme in einer virtualisierten Umgebung im neuen Betriebssystem ablaufen zu lassen. Mac OS X sollte eine volle Version des klassischen Mac OS laden, wenn ein altes, noch nicht angepasstes Programm gestartet wurde.

2000 war es dann soweit. Die erste, gerade noch lauffähige Version von Mac OS X wurde vorgestellt. Das “X” im Namen stand nicht nur für die Römisch-Zehn, sondern spielte auch auch auf die Unix-Wurzeln des Systems an. Doch leider war 10.0 alles andere als brauchbar. Es war langsam und noch nicht sehr stabil. Aber es sah sensationell schön aus.

Auch in der Nomenklatur ging Apple neue Wege. Die einzelnen Versionen von Mac OS X wurden nach Raubkatzen benannt. Die erste Version hieß Puma, danach kam Jaguar, gefolgt von Panther.

Tatsächlich lieferte Apple zwei Jahre lang alle Geräte mit beiden Betriebssystemen aus. User konnten ihren Mac alternativ mit Mac OS Classic und dem neuen Mac OS X booten.

Erst 2003 mit der Einführung von Mac OS X 10.3 Panther setzte Apple alles auf die Neuentwicklung.

iPod therefore I am

Jobs hatte bei seiner Machtergreifung sämtliche Apple-Entwicklungen einstellen lassen, die nicht mit dem Kerngeschäft verwandt waren. Apple stellte in den 90er-Jahren noch selbst Laserdrucker und Digitalkameras her. Diese mussten als Verlustbringer eingestellt werden. Auch der revolutionäre PDA (Personal Digital Assistant) Newton MessagePad fiel der Jobschen Axt zum Opfer.

Als der neue iCEO fertig war, stellte Apple nur noch Desktop-Macs, Notebooks und Server her. Sonst nichts (Alan Deutschmann: “The Second Coming of Steve Jobs”, 2000).

2001 lud Apple zu einer Präsentation eines mysteriösen Produkts. Auf der Einladung stand dezidiert “Not a Mac”. Da wurde bereits spekuliert, dass Apple nun doch einen Nachfolger des Newton MessagePad vorstellen wollte.

Doch die Journalisten wurden enttäuscht. Steve Jobs stellte auf seine gewohnt dramatische Weise einen einfachen MP3-Player vor: den Apple iPod.

Vier Jahre später überholten die iPod-Umsätze jene aus den Mac-Verkäufen.

Erstmals konnte sich Apple auf einem Markt ohne Wettbewerbsverzerrung behaupten. Allein durch die Qualität seines Produkts und ausgeklügelter Werbung konnte das Unternehmen gegen Branchenriesen wie Sony und Platzhirsche wie Roxio und Creative antreten.

Zu den großen Vorzügen des iPod gehörten neben seiner leichten Bedienung auch die für damalige Verhältnisse große Speicherkapazität (5 Gigabyte in der ersten Generation). Bald folgten kleinere iPods und auch solche mit einer besseren Bedienung bzw. mehr Speicher. Doch der eigentliche Coup gelang erst, als Apple mit den großen Musikanbietern Verträge für den Online-Verkauf ihrer Musik abschließen konnte. Mit dem iTunes-Musikstore bot Apple auf legalem Weg Musik zum Download an (Steven Levy: “The Perfect Thing: How the iPod Shuffles Commerce, Culture, and Coolness”, 2007).

Gehirn-Transplantation

Apple verwöhnte sowohl Presse als auch Publikum bei seinen jährlichen Produktpräsentationen zum Auftakt der Macworld. Da betrat Jobs die Bühne und stellte ein einfaches Produkt vor, als sei es eine langerwartete Verheißung, ohne die keiner leben konnte.

Da war er stets für Überraschungen und dramatische Zuspitzungen gut. Bei einer seiner ersten Präsentation nach seiner Rückkehr zu Apple stellte Jobs einige zwar solide aber nicht besonders aufregende Produkte vor. Gerade als er die Bühne verlassen wollte, drehte er sich zum Publikum und sagte, ach übrigens, “one more thing”, Apple sei jetzt wieder profitabel und schreibt große Gewinne (Alan Deutschmann: “The Second Coming of Steve Jobs”).

Ein anderes Mal, als Jobs die Bühne verlassen wollte, drehte er sich noch einmal um und tat so, als sei ihm eingefallen, dass er einen völlig neuen, extrem winzigen iPod in der Hosentasche hatte - in der kleinen Tasche innerhalb der Hosentasche seiner Jeans (Apple Special Music Event Quicktime-Stream, erhalten unter http://www.youtube.com/watch?v=7GRv-kv5XEg abgerufen am 10. Juni 2009).

Eine Sache hasste Jobs allerdings. Bei den Präsentationen wollte er keine leeren Versprechen machen. Deshalb kündigte Apple niemals Produkte an, die noch nicht lieferbar sind. Auch zukünftige strategische Überlegungen wurden nicht veröffentlicht.

Einmal im Jahr 2003 hat Jobs bei der Präsentation des PowerMac G5 versprochen, dass der nun vorgestellte Super-PowerMac, der zum Zeitpunkt der Vorstellung mit 2 GHz getaktet war, in zwölf Monaten mit 3 GHz ausgeliefert werden sollte (Macworld Keynote Quicktime Stream erhalten unter http://www.youtube.com/watch?v=ghdTqnYnFyg abgerufen am 10. Juni 2009).

Doch IBM, der Hersteller des G5-PowerPC-Prozessors, spielte nicht mit. Ein G5 mit 3 GHz wurde nie produziert. Da wollte Jobs nicht mehr mitspielen. Nach dieser Enttäuschung war die Zeit reif für einen Umstieg.

Die Gerüchte, dass Apple Mac OS X parallel für PowerPC und Intel entwickeln ließ, brodelten ständig. Manchmal kamen sie von verlässlichen Quellen. Oft kamen sie von Verschwörungstheoretikern, die für den Anschlag auf das World Tradecenter die Illuminati verantwortlich machten. Ernst nehmen konnte man diese Gerüchte nie. Es erschien wirtschaftlich sinnlos, ein Betriebssystem, das überhaupt erst unter gewaltiger Kraftanstrengung und geballter Marketingmacht herausgebracht wurde, zusätzlich noch insgeheim auf einer anderen Chip-Architektur zu entwickeln.

Doch 2005 veröffentlichte die Online-Ausgabe des Wall Street Journal die Meldung, dass Steve Jobs bei der wenige Tage später stattfindenden Macworld Keynote ankündigen würde, dass Apple plant, Intel-Prozessoren in seine Macs einzubauen (http://online.wsj.com/article/SB111791696757050994.html abgerufen am 12. August 2009).

Im Juli 2005 war es dann so weit. Steve Jobs betrat die Bühne und schilderte seine Enttäuschung über IBM und Motorola als Prozessor-Zulieferer. Dann beschrieb er das Verhältnis zwischen Stromverbrauch und Leistung der PowerPC-Prozessoren. Er betonte, dass Apple im vergangenen Geschäftsjahr zum Großteil mobile Geräte verkauft hatte.

Dann detonierte die Bombe: “It’s true! We’re transitioning to Intel.”

Es blieb nicht nur bei der Ankündigung. Das Entwicklerpublikum konnte sofort einen PowerMac mit Intel-Prozessor mitnehmen, um Mac OS X auf Intel auszuprobieren und darauf bereits Software anzupassen. Die Xcode-Entwicklungsumgebung konnte bereits bei der Ankündigung so genannte “Universal binaries” kompilieren, die sowohl auf PowerPC-Macs als auch auf Intel-Macs nativ liefen.

iPhone: Das Smartphone für den Rest von uns

Im Jahr 2000, als Apple bereits die finanzielle Wende vollzogen hatte, bot Steve Jobs 3Com an, ihnen den PDA-Hersteller Palm abzukaufen. Für einen einzigen Dollar. Sein Argument war, dass die Palm-Mitarbeiter gar nicht wussten, was sie taten und ihr Erfolg nur vorübergehend wäre. Zu diesem Zeitpunkt stand das florierende Unternehmen Palm vor einem der größten Börsengänge in der Wirtschaftsgeschichte. Vier Jahre später zeigte sich, dass Palm mit seinen Geräten zu spät auf die immer leistungsfähiger werdenden Smartphones reagiert hatte. Die Palm-Produktpalette war hoffnungslos veraltet und konnte mit den Mitbewerbern von Nokia und Windows Mobile kaum mithalten12. (Smartphone Fanatics http://www.smartphonefanatics.com/2008/11/did-apple-almost-buy-palm.html abgerufen am 12. Juni 2009)

Eines stand aber fest: Apple interessiert sich für mobile Internet-Geräte, PDAs und Mobiltelefone.

2007 stellte Steve Jobs alle drei Geräte vor. Alle drei in Form eines einzigen: iPhone. Dieses auf OS X-basierte Smartphone bot eine neue Multitouch-Benutzeroberfläche, eine vollwertige Version des Apple-eigenen Browsers Safari, die volle Funktionalität eines iPod und von anderen Smartphones gewohnte Funktionen wie E-Mail, SMS und Sprachtelephonie (Macworld 2007 - Steve Jobs Keynote Speech http://www.youtube.com/watch?v=YUeM6FBInfw&feature=PlayList&p=AD920847B7931033&index=11 abgerufen am 12. August 2009). Durch ständige inkrementelle Updates fügte Apple immer mehr Funktionen hinzu, bis 2008 der App-Store vorgestellt wurde. Dort konnten Entwickler ihre Software für iPhone verkaufen und über iTunes die Verkäufe abrechnen.

In den ersten zwölf Monaten verkaufte Apple mehr als 10 Millionen iPhones.

Die unterschiedlichen Gesichter des Mac OS

Soweit zur Unternehmensgeschichte. Doch wie hat sich Mac OS in diesen Jahren entwickelt?

Am Anfang war der Macintosh. Sein kleiner Schwarzweiß-Monitor zeigte Fenster, Icons und einen Mauszeiger. Sein Betriebssystem hatte nicht einmal einen Namen. Intern hieß es bloß System 1.0. Allmählich wurden neue Modelle des Mac vorgestellt. Sie hatten mehr Speicher, eine Festplatte und externe Bildschirme.

Das Betriebssystem zog mit, so gut es nur konnte. Doch kein Professor Higgins konnte die einfache Herkunft des Macintosh-System verleugnen. Neue Features wurden dazu gebastelt, als wolle Apple ein Schwein mit Lippenstift schminken. Erst 1994 erhielt das Betriebssystem überhaupt den Namen Mac OS.

Apple startete mehrere vergebliche Versuche Mac OS durch eine Neuentwicklung zu ersetzen. Allmählich überlegten die Apple Systemingenieure sogar, auf einem fremden Betriebssystem aufzubauen.

Wie wurde aus dem einfachen System 1.0 das mächtige aber doch unzeitgemäße Mac OS? Wieso scheiterten Apples Versuche, ein modernes Betriebssystem zu entwickeln? Wie verlief die Parallelentwicklung von NextStep?

Die Mac OS-Zeitleiste

Mac OS Zeitleiste

Wann wurden die verschiedenen Mac OS-Versionen vorgestellt?
(Großansicht in neuem Fenster)

Odysee einer Entwicklung

Das Ur-Mac OS wurde am 24. Januar 1984 mit dem allerersten Macintosh vorgestellt. Dieser verfügte über spärliche 128 Kilobyte an Hauptspeicher (RAM). Da hieß das Betriebssystem nur System 1.0.

Damals war es noch üblich, dass andere Computer über ein Befehlszeileninterface (Command Line Interface) bedient wurden, d.h. der Benutzer sah nur hellen Text auf dunklem Hintergrund und musste kryptische Befehle eingeben, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Programme galten dann als benutzerfreundlich, wenn sie Menüs anboten, die über die Pfeil-Tasten (Cursor-Tasten) angesprochen werden konnten. Textverarbeitungen zeigten nicht an, wie der Text im gedruckten Zustand aussehen würde, weil alle Attribute (kursiv, fett, gesperrt) nur über Steuerzeichen markiert wurden. Zudem hatten die meisten Programme unterschiedliche Benutzeroberflächen. Wenn User eine bestimmte Textverarbeitung beherrschten, dann fanden sie sich in einer anderen nur schwer zurecht, geschweige denn in einer Tabellenkalkulation sogar des selben Herstellers.

Das Mac-System war ganz anders. Hier funktionierten alle Programme nach den selben Prinzipien. Auf dem Bildschirm konnte der User genau sehen, wie der Text im ausgedruckten Zustand formatiert wird (WYSIWYG - What you see is what you get) und vor allem: die gesamte Bedienung erfolgte über die Maus, Menüs, Fenster und Icons. Es mussten keine Befehle gelernt werden.

Systemkind

Die erste Version des Mac OS wurde einfach nur System genannt. Dieses bestand aus dem Systemkern (engl. Kernel) und dem Finder (Dateimanager und Desktop). Zusätzlich konnten im Systemverzeichnis andere Resourcen wie Druckertreiber und Mini-Programme namens Accessories abgelegt werden.

Sämtliche UI-Routinen (UI - User Interface) waren in der so genannte Mac Toolbox enthalten, die sich im ROM (Read Only Memory) des Mac befand. Die Darstellungskomponente des Systems hieß Quickdraw und war anfangs ebenfalls Teil der Mac Toolbox.

Mit System 1 konnte der Macintosh nur ein einziges Programm gleichzeitig ausführen (single-tasking). Um diese Einschränkung zu umgehen, haben Apple-Entwickler Accessories (z.B. für Taschenrechner, Clipboard und ähnliches) entwickelt, die parallel zum jeweiligen Hauptprogramm ausgeführt werden konnten. Die größte Einschränkung war damals der mit 128 Kilobyte knappe Speicherplatz des Macintosh. Herzstück der Maschine war der 68000 mit 8 MHz., ein 16/32-Bit-Prozessor von Motorola.

Erste Updates

In der Zeit vor Online-Updates und Betriebssystempatches aus dem Internet musste jedes Update auf Disketten nachträglich oder überhaupt erst im Lieferumfang von neuen Geräten ausgeliefert werden. Deshalb konnten User nicht sofort von jeder Neuentwicklung oder jedem Bug-Fix profitieren.

Erst System 2.0 beherrschte mit dem HFS (Hierarchic File System) echte Verzeichnisse und Unterverzeichnisse. Mit diesem Update wurde auch die Unterstützung für den LaserWriter, Festplattenlaufwerke und der einfachen Apple-Netzwerk-Technologie AppleTalk eingeführt.

Mit dem Macintosh Plus (der mehr Speicher und einen SCSI-Bus13 besaß) wurde 1985 System 3.0 vorgestellt. Dieses System unterstützte Disketten mit größerem Speichervolumen (DD - Double Density), SCSI-Festplatten, AppleShare (Netzwerkdienste für Datei- und Drucker-Server) und erstmals einen Papierkorb, aus dem man gelöschte Dateien wieder herstellen konnte.

System 4.0 brachte Unterstützung für Farbbildschirme mit unterschiedlichen Auflösungen, Erweiterungskarten (z.B. für Grafikkarten, neue Schnittstellen und Netzwerkanschlüsse). Zudem lief es auf dem schnelleren Motorola 68020-Prozessor und ließ die vollen 16 MHz zur Geltung kommen.

Klitzekleine Mäuschenschritte

Mit System 5 wurde 1987 erstmals Multitasking vorgestellt. Eigentlich war es eher ein Taskswitching. User konnten zwar mehrere Programme gleichzeitig ausführen. Sobald sie aber von einem Programm zu anderen wechselten, stellte die erste Applikation ihre Tätigkeit ein. So war es nicht möglich, im Hintergrund Berechnung anzustellen und gleichzeitig z.B. an einem Text weiter zu schreiben. Zu allem Überfluss war diese Taskswitching-Fähigkeit nicht einmal systemimmanent. Apple hatte einfach die Zusatzanwendung Multifinder dem System beigelegt, die all dies ermöglichte. User konnten Multifinder abschalten und weiterhin nur jeweils einzelne Programm benützen.

Bis zur Version 5 hatten das System und der Finder unterschiedliche Versions-Nummern. Danach wurden sie vereinheitlicht. Hier sollte man betonen, dass eine komplette Systeminstallation damals gerade mal 250 Kilobyte benötigte (ohne Druckertreiber und zusätzlichen Accessories).

Evolution statt Revolution

1988 wurde System 6 vorgestellt. Damit wurde die Unterstützung für HD-Disketten (High Density, mit schwindelerregenden 1,44 Megabyte Speicherplatz), sowie die schnelleren 68030-Prozessoren eingeführt. System 6 stellte eine Konsolidierung des Betriebssystem-Codes dar. Diese Version sollte lange im Umlauf bleiben, auch als immer neuere Versionen vorgestellt wurden. Viele User hielten System 6 für die optimale Version für Macs mit 68000-Prozessoren. Der Bootvorgang dauerte nur wenige Sekunden, das System war flott, weil es noch in Assembler programmiert war und man konnte viele Features, die spätere System-Versionen eingebaut hatten, nachträglich aufrüsten.

System 7: Der grosse Sprung vorwärts

Mit System 7 wurden 1991 große Teile des Betriebssystems in der Programmiersprache C umgeschrieben. Dies erlaubte es Entwicklern, das System leichter zu erweitern, brachte aber Geschwindigkeitseinbußen auf älteren Macs. Die größten Verbesserungen waren die umgestaltete Benutzeroberfläche, neue Systemanwendungen und verbesserte Stabilität. System 7 lief am besten auf Macs mit Motorola 68040-Prozessoren, unterstützte aber alle älteren Macs bis zum aller ersten Mac, erforderte aber mindestens vier Megabyte Hauptspeicher.

Dies war die erste Version des Mac-Betriebssystems, die 32-Bit-Applikationen vollständig unterstützte. Bis dahin wurden die Programme für 16-Bit-Rechner entwickelt. Diese Umstellung bereitete den älteren Programmen einige Schwierigkeiten, weshalb sie für System 7 angepasst werden mussten.

Wohingegen bisher Taskswitching mit dem Multifinder möglich war, wurde mit System 7 das so genannte kooperative Multitasking vorgestellt. Hier mussten Applikationen deklarieren, wie viel Rechenzeit und Speicherplatz sie benötigen. In Zusammenarbeit (Kooperation) mit anderen Programmen, die gleichzeitig liefen, teilten sie sich die Systemresourcen auf.

Die Bildschirmdarstellung erfuhr mit der neuen Quickdraw-Version ein gehöriges Update. Nun unterstützen Macs “true color”, d.h. eine Farbtiefe von 24-Bit, die eine Farbvielfalt von bis zu 16,7 Millionen Farben ermöglichte. Das Update der Fonttechnologie TrueType brachte flexible, stufenlos skalierbare Vektorschriften und Anti-Aliasing bei der Darstellung (Anti-Aliasing glättete die Schriften, um den “Stufeneffekt” in der Schriftendarstellung zu reduzieren).

System 7 enthielt eine Vielzahl von Features, die dem Mac einen Modernisierungsschub verpassten. Allerdings waren dies alles Zusätze, die am Kern des Betriebssystems wenig änderten. Die großen Änderungen wie geschützte Speicherbereiche und “echtes” Multitasking konnten nicht implementiert werden, weil sie sonst zum noch größeren Kompatibilitätsbruch geführt hätten. Bestehende Software hätte komplett umgeschrieben werden müssen. Dieses Risiko wollte Apple nicht eingehen.

System 7.1 war die erste Version, die auf PowerPC-Prozessoren lief. Darin enthalten war eine Emulationstechnologie, die es erlaubte ältere Anwendungen auszuführen, welche ursprünglich für Motorola 68k-Prozessoren programmiert wurden. Allerdings liefen sie langsamer als Anwendungen, die eigens für PowerPC-Prozessoren entwickelt wurden. Dummerweise musste Apple sogar große Teile des Betriebssystems emulieren, weil aus Zeitmangel der alte 68k-Code nicht mehr umgeschrieben werden konnte.

Achritektur von Mac OS 9

Die Architektur von Mac OS 9

Das Mac-System wuchs langsam zur Chimäre heran. Jetzt war nicht nur der Systemkern an sich veraltet, er war für einen anderen Prozessor-Typ entwickelt worden und lief auf dem neuen Prozessor nicht einmal nativ. (Stephen Levy: “Insanely Great: The Life and Times of Macintosh, the Computer That Changed Everything”, 2000)

System 7.5 stellte wieder einen Sprung dar. Es lief stabiler auf PowerPC-Prozessoren, enthielt aber noch immer emulierten 68K-Code, der trotz aller Stabilitätsverbesserungen zu Problemen führte.

Angriff der Klon-Krieger

Mit System 7.6 wurde das Betriebssystem erstmals Mac OS genannt. Apple begann 1996 seine Systemarchitektur an andere Hardware-Hersteller zu lizensieren, damit sie Mac-Klone herstellen. Apple erhoffte sich eine Steigerung des Marktanteils. Deshalb erhielt das Betriebssystem einen eigenen Namen. Allerdings brachte diese Klon-Politik nicht den gewünschten Erfolg. Klon-Hersteller wie Power Computing, Radius und Motorola produzierten Rechner, die nicht nur billiger waren als Apple Macs, sondern auch im Fall von Power Computing leistungsfähiger. Die Klon-Verkäufe kanibalisierten die Mac-Verkäufe von Apple.

Mac OS 7.6 brachte endlich richtige Stabilität auf PowerPC-Prozessoren, allerdings lief es auch nur noch auf moderneren Macs (ab Mac IIfx).

Pink und Taligent - Das Scheitern beginnt

Nachdem Apple mit dem Mac II den Mac neu erfunden, begann 1988 die Entwicklung eines Nachfolgers für Mac OS. Auf rosa (pink) und blauen Kärtchen wurden die Requirements definiert. Alle blauen Requirements würden im bestehenden Mac OS eingebaut werden, alles auf den pink Kärtchen war für die Neuentwicklung geplant.

Gemeinsam mit IBM gründete Apple 1992 das Unternehmen Taligent14, das mithilfe der Betriebssystemexperten von Big Blue ein objekt-orientiertes universelles Super-Betriebssystem entwickeln sollte. Damals zeichnete sich mit PowerPC die Partnerschaft auf dem Prozessorsektor ab. Taligent sollte das dazugehörige, optimierte System sein.

Nach vielen Ankündigungen, einem Prototypen und dem Herztod des CEO von Taligent wurde das Projekt aber 1995 eingestampft.

Die bewegte Geschichte von Taligent zählt zu den größten Rückschlägen in der Betriebssystem-Entwicklung. Leider ist sie zu umfangreich und verworren, um hier in nur wenigen Absätzen abgehandelt zu werden. Sie ist es sicher wert erzählt zu werden.

Codename “Star Trek”, der erste Intel-Versuch

1992, also zwei Jahre vor dem Umstieg auf PowerPC-Prozessoren, unternahm eine kleine Crew an Entwicklern von Apple und Novell den Versuch, das Mac-System auf Intel-Prozessoren zu portieren. Tatsächlich gelang es ihnen, einen Prototyp zu entwickeln, auf dem der Finder/Desktop und einige Systemanwendungen (z.B. Quicktime) liefen.

Zum einen wollte Novell sein alterndes DR-DOS mit der Mac-Oberfläche modernisieren, andererseits wollte sich Apple Alternativen offen lassen, falls der riskante Umstieg auf die unerprobten PowerPC-Prozessoren nicht glatt lief.

Das Projekt wurde aber wieder eingestellt, weil die Intel-Prozessoren der damaligen Zeit (Intel 80486) nicht die technischen Vorteile aufwiesen, die sich Apple von den PowerPC-Prozessoren erhoffte. Zudem hätte dies bedeutet, bei einer derartig wichtigen Angelegenheit wie dem Betriebssystem eine Kooperation mit dem Fremdhersteller Novell einzugehen.

Der Umstieg auf Intel hätte auch keine binary Kompatibilität15 gebracht. Sämtliche Software hätte an Intel-Prozessoren angepasst werden müssen. (Owen Linzmayer: “Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World's Most Colorful Company”, 2004)

Apple war sich der Unzulänglichkeiten des bestehenden Systems bewusst. Deshalb startete ein wieder ein anderes Programmierer-Team 1994 das Projekt “Copland”. Es sollte als Grundlage für die nächste Generation von Mac OS dienen.

Geplant war eine “eierlegende Wollmilchsau”. Immerhin hatte sich Apple die Ziele hochgesteckt: Die Geschäftsleitung erhoffte sich von der Copland-Architektur geschützte Speicherbereiche, “echtes” Multitasking und Modularität. Dabei sollten aber bestehende Mac-Anwendungen weiterhin voll lauffähig sein und all diese neue Features ausnützen können.

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit zeigte sich, dass es unmöglich war, ein völlig neues Betriebssystem unter wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen zu entwickeln. Zudem erkannten die Entwickler, dass eine uneingeschränkte Abwärtskompatibilität die Implementierung moderner Features stark negativ beeinträchtigt.

Nach dem Scheitern von Copland begann sich die Apple-Geschäftführung nach fertigen Betriebssystemen umzusehen, die als Grundlage für das neue Mac OS dienen sollten. Nachdem Apple sogar die Möglichkeit in Erwägung gezogen hatte, Windows NT von Microsoft zu lizensieren, schränkte man die möglichen Betriebssysteme auf BeOS und NextStep ein.

Einige der oberflächlichen Features des Copland-Projekts fanden Verwendung in späteren Versionen von Mac OS Classic. (Owen Linzmayer: “Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World's Most Colorful Company”, 2004)

Das künstliche Mac OS 8

Als Steve Jobs zu Apple zurückkehrte, suchte er einen Ausweg aus dem Dilemma mit den Klon-Herstellern. Apple kaufte Power Computing auf und stellte die Geschäftstätigkeit dieses besonders tüchtigen Klonherstellers ein. Die anderen Klon-Anbieter pochten aber auf bestehende Lizenzverträge. Da machte sich Apple ein Schlupfloch zunutze. In den Verträgen lizensierten die Klonhersteller nur Mac OS-Versionen mit der Hauptversionsnummer 7. Deshalb benannte Apple das als Version 7.7 geplante Mac OS kurzerhand auf Mac OS 8 um.

Obwohl die zugrundeliegende Architektur weiterhin auf System 7 aufbaute, führte Apple mit Mac OS 8 einige Neuerungen aus dem Copland-Projekt ein. Nun konnte der Finder durch den Einsatz von Multi-Threading mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen (z.B. Dateien kopieren und Programme starten).

Zudem erhielt die Benutzeroberfläche ein moderneres Aussehen. Das neue “Platinum”-Thema sah aber dem Erscheinungsbild von Windows 95 ähnlich, was zu einiger Entrüstung in der Mac-Fangemeinde führte. Glücklicherweise hatte Apple die neue Benutzeroberfläche modular veränderbar (skinable) gemacht, d.h. User konnten nachträglich das gesamte Aussehen verändern.

Mac OS 8.5 war die erste Version des Betriebssystems, die nur noch auf PowerPC-Prozessoren lief. Ein Großteil des bestehenden 68k-Code im Kern wurde durch flotteren PowerPC-Code ersetzt. Zudem erlaubte Apple mit Mac OS 8.6 rudimentäre Multi-Prozessor-Unterstützung.

Mac OS 9: Letzter seiner Art

Wenn die Versionsnummer von Mac OS 8 rein aus rechtlicher Notwendigkeit vergeben wurde, dann stellte die Benennung von Mac OS 9 bereits die erste Vorbereitung auf Mac OS X dar. Apple wollte mit der runden Zahl römisch 10 den Neubeginn symbolisieren. Denn in Wahrheit hätte Mac OS 9 keinen vollen Versions-Sprung verdient.

Das am 23. Oktober 1999 vorgestellte System war der Schwanengesang des klassischen Mac OS. Wieder wurde es kosmetisch verschönert, erhielt Unterstützung für WLAN (von Apple als “Air Port” bezeichnet), eine systemweite Suche namens “Sherlock”, eine simulierte Multi-User-Umgebung, bessere USB- und Netzwerk-Fähigkeit sowie eine zentralisierte Update-Verwaltung, die es erlaubte automatische Systemupdates über die Internet-Verbindung zu laden.

Die wohl größte Änderung war allerdings die Carbon-API. Diese neue Systembibliothek stellte eine Übergangstechnologie dar, um den Umstieg auf Mac OS X zu erleichtern. Entwickler konnten ihre bestehende Software geringfügig ändern, an die Carbon-API anpassen und neu herausbringen. So wurde gewährleistet, dass ihre Applikationen sowohl auf dem klassichen Mac OS liefen als auch auf Mac OS X. Anwender würden keinen Unterschied merken, außer dass Carbon-Anwendungen auf Mac OS X das Aussehen des neuen modernen Betriebssystems annahmen.

Im Jahr 2001 war es dann soweit, Mac OS X wurde der Welt vorgestellt. Das funkelnagelneue Betriebssystem, das Apple retten sollte.

Kapitelzusammenfassung

Apple hatte mit dem Macintosh und seinem System zwar nicht die erste grafische Benutzeroberfläche vorgestellt, es war aber die erste, die sich nachhaltig durchsetzen konnte. Leider war das System den Einschränkungen der Hardware und des Designs der 80er-Jahre unterworfen.

Trotz einer Vielzahl an Weiterentwicklungen, erkannte das Unternehmen, dass die Basis des Mac OS veraltet war. Nach ökonomischen Turbulenzen, einem Prozessor-Umstieg, der nur die Probleme aufschob und einigen gescheiterten Versuchen, ein völlig neues Mac OS zu entwickeln, beschloss Apple ein fertiges Betriebssystem zu erwerben, das dann die Basis für das neue Mac OS bilden sollte.

Nach zähem Ringen entschloss sich Apple-CEO Gil Amelio, den gescheiterten Hardware-Hersteller und nunmehrigen Software-Hersteller NeXT zu kaufen. Dieses Unternehmen hatte in Form von NextStep genau jene Features in seinem Betriebssystem implementiert, die Apple benötigte. Zudem führte der Kauf von NeXT dazu, dass Apples Gründer wieder ins Unternehmen zurückkehrte.

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Fußnoten (Kapitel 2):

2 Es ist eine Streitfrage, ob der Software-Hersteller Microsoft tatsächlich Konkurrent des Hardware-Herstellers Apple ist. Die Beantwortung dieser Frage ist nicht Gegenstand dieser Arbeit. Zurück

3 Hier gilt natürlich Genderneutralität, der Einfachheit halber wird in dieser Arbeit die männliche Form für beide Geschlechter verwendet. Zurück

4 Unter anderem im Fernsehfilm “Pirates of Silicon Valley”, der die frühe Feindschaft zwischen Bill Gates und Steve Jobs beschreibt. Allerdings haben Doku-Soaps in einer ordentlichen wissenschaftlichen Arbeit als Referenz nichts verloren... Zurück

5 Der IBM PC konnte weit weniger und das um einiges uneleganter als Apple Lisa und Xerox Star. Doch der Preis war damals wie heute das entscheidende Kriterium. Der PC war billiger und er konnte einige Aufgaben gut genug erfüllen. Vielleicht ist das eine weitere Lehre, die man aus der Geschichte ziehen kann: “Gut genug aber billig ist der Feind von wirklich gut!” (Im Technologie-Magazin Wired macht Robert Capps in einem anderen Zusammenhang eine ähnliche Beobachtung: “The Good Enough Revolution: When Cheap and Simple Is Just Fine” http://www.wired.com/gadgets/miscellaneous/magazine/17-09/ff_goodenough (abgerufen am 5. September 2009) Zurück

6 Einige Jahre davor hat Steve Jobs dem ehemaligen PepsiCola-CEO Sculley den Posten als Apple-CEO angeboten, indem er ihn fragte “Do you want to sell sugared water all your life or do you want to change the world?” (Jim Carlton: “Apple: The Inside Story of Intrigue, Egomania, and Business Blunders”, 1998) Zurück

7 Jobs hatte einen Teil des Apple-Teams ins neue Unternehmen mitgenommen, woraufhin Apple klagte. Die beiden Unternehmen einigten sich darauf, dass NeXT nicht auf dem Apple-Markt wildern dürfe und sich im Verkauf nur auf universitäre und andere Forschungseinrichtungen sowie staatliche Stellen konzentrieren dürfe. Zurück

8 Die RISC-Architektur (Reduced Instruction Set Computer) sollte gewaltige Leistungszuwächse bringen, weil der Prozessor zwar über weniger Befehle als bisherige Prozessoren (CISC - Complex Instruction Set Computer) verfügte, diese aber mit wesentlich höherer Geschwindigkeit ausführen konnte. Zurück

9 PowerPC war ein gemeinsames Produkt von Apple, Motorola und IBM. Motorola verlor Ende der 90er-Jahre das Interesse daran. IBM baut weiterhin POWER-Prozessoren in seine Hochleistungsserver und stellt auch Videospiele-Prozessoren für Sony, Nintendo und Microsoft her, die auf dem PowerPC basieren. Zurück

10 Amelio hatte zuvor zur Rettung von National Semiconductors beigetragen. Zurück

11 Lt. Deutschman musste Jobs diesen Dollar verlangen, damit seine Familie bei Apple mitversichert sein konnte. 2002 übernahm Jobs endgültig die CEO-Agenden und wurde auch entsprechend entlohnt. Zurück

12 Nach langen Jahren der Bedeutungslosigkeit gelang es Palm erst 2009 im Fahrwasser des iPhone mit dem Palm Pre ein innovatives Produkt auf den Markt zu bringen. Der ehemalige Apple-Hardware-Chef Joe Rubinstein war maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. Zurück

13 Small Computer System Interface - Peripherieschnittstelle für den schnellen Datentransfer. Zurück

14 Taligent steht für Talented und IntelligentZurück

15 Binary Kompatibilität erlaubt es fertige Programme wie sie sind auf einem System zu laufen. Zurück

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